Was tun, wenn der Körper viral geht?

Eben noch mitten im Alltag und plötzlich fühlt man sich immer schlechter, bis man mit einer triefenden Nase und Halsschmerzen im Bett liegt. Und jetzt? Meistens haben wir virale Infekte, die wir einfach aussitzen müssen. Aber was genau ist sinnvoll und von was sollte man absehen? Dr. med. Dr. phil. Adrian Rohrbasser und Dr. med. Philipp Aebi vom Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM) haben uns dazu Auskunft gegeben. 

Text: Dr. med. Dr. phil. Adrian Rohrbasser und Dr. med. Philipp Aebi 

Wie erkenne ich einen viralen Infekt?

Ein viraler Infekt der Atemwege kann sich durch Husten, Halsschmerzen, Fieber und/oder Schnupfen bemerkbar machen. Husten hilft dem Körper, Schleim aus den Atemwegen zu entfernen. Solche virale Atemwegsinfektionen können den Hals, die Bronchien und/oder die Lunge betreffen. Häufigste Auslöser sind Erkältungsviren oder Grippeviren (Influenza), besonders in der kalten Jahreszeit. Bakterien sind nur selten die Ursache.

Was kann ich machen?

Bei Fieber ist es wichtig, ausreichend Wasser oder Tee zu trinken. Schlaf und Ruhe helfen dem Körper, sich zu regenerieren, und können die Erholung unterstützen. Honig in Tee oder Milch kann Husten lindern und dadurch den Schlaf verbessern. Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können Schmerzen und Fieber lindern.

Wann muss ich zum Arzt oder in die Apotheke?

Suchen Sie sofort Rat, wenn Sie Atemnot haben, starke Schmerzen in der Brust verspüren, bei hohem Fieber oder Blut im Auswurf. Auch wenn der Husten länger als 4 Wochen anhält oder sich die Beschwerden verschlimmern, ist eine Abklärung sinnvoll.

Wann braucht es Antibiotika?

Antibiotika wirken nicht gegen Viren und helfen deshalb bei den meisten Atemwegsinfektionen nicht. Sie können zudem Nebenwirkungen verursachen, zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag oder Pilzinfektionen. Die Beschwerden bessern sich meist innerhalb weniger Tage. Husten kann jedoch bis zu 4 Wochen anhalten, ohne dass dies ungewöhnlich ist. Ein zurückhaltender Einsatz von Antibiotika hilft, Resistenzen zu vermeiden – also zu verhindern, dass Bakterien unempfindlich dagegen werden.